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»Der
Riesenschnauzer ist das vergrößerte und verstärkte Abbild
des Schnauzers, im Ganzen ein trutzig-wehrhafter Hund«,
so sagt
es der Standard.
Dieses
Ziel ist heute so weit erreicht worden, als es sich überhaupt erreichen
läßt. Die Körperproportionen und damit die Gesamterscheinung
eines mittelgroßen Hundes lassen sich nicht völlig unverändert
auf einen großen Hund übertragen, das muß bei der Bewertung
eines Riesenschnauzers im Richterring in Rechnung gestellt werden.
Zwischen
Schädelskelett und Körpergröße bestehen bestimmte
Korrelationen, die züchterisch nicht umgangen und verwischt werden
können. So hat der Riesenschnauzer immer eine ausgeprägte Scheitelleiste
(Crista sagitalis) und ein stark markiertes Hinterhauptbein. Das gibt
ihm eine andere Kopfform als die des Mittelschnauzers und somit auch einen
andern Kopfausdruck. Der gesamte Körperbau ist, dem Riesenwuchs entsprechend,
weniger kompakt als beim Mittelschnauzer, die Rückenlinie ist beim
Riesen, bezogen auf die Kopflänge, in der Regel etwas länger
als beim Mittelschnauzer. Extrem kurzrückige Rüden, wie wir
sie beim Mittelschnauzer etwa antreffen, gibt es unter den Riesen kaum
und sie sind hier, wenn der Riese ein Gebrauchshund bleiben soll, auch
gar nicht erwünscht. Dagegen ist die Vorwärtsbewegung beim Riesenschnauzer
in der Regel fördernder als beim Mittelschnauzer, der Schub aus der
Hinterhand ist ausgreifender. Leicht bodenengen Stand sollte man bei ihm
nicht als Fehler taxieren, er ist anatomisch durch die Größe
und das Gewicht bedingt. Jedes vierfüßige Tier ist bestrebt,
seine Extremitäten unter den Schwerpunkt des Körpers zu stellen,
das gilt besonders für den Hund, bei dem nicht relativ starre Sehnenbänder
(wie z.B. beim Pferd), sondern eine komplizierte Muskulatur das Skelett
zusammenhält. Je schwerer nun ein Hund ist, desto mehr ist er bestrebt,
die Läufe unter die Mittellinie seines Körpers zu stellen.
In Bezug
auf die Haarstruktur stehen die heutigen Riesen dem Mittelschnauzer kaum
mehr nach. Die »Pudel« sind weitgehend verschwunden, höchstens
daß wir beim Riesen noch weit häufiger als beim Mittelschlag
mehr oder weniger stark gewelltes Haar finden. So lange es kurz ist, stört
es kaum, aber langes, gewelltes Haar verändert die Körperumrisse
allzu stark, der Ausdruck der geballten Kraft, den der Riesenschnauzer
vermitteln soll, geht verloren.
Die Haarfarbe
ist bei den schwarzen Riesen heute nur noch in seltenen Fällen zu
beanstanden, und auch die Pfeffersalz holen in dieser Beziehung gewaltig
auf. Noch sind sie aber in der Minderzahl, auf rund fünfzehn schwarze
Riesen kommt nur ein pfeffersalzfarbiger, zu Beginn der Reinzucht war
es eher umgekehrt.
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